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Die Progressive Relaxation ist von E. Jacobson fast zeitgleich zum autogenen Training in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt worden und gilt heute als eine der erfolgreichsten Methoden zur Reduktion von Stress und zur Förderung körperlichen und seelischen Gleichgewichtes.
Die relativ leicht erlernbare Technik beruht aus dem steten Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele. Ist der Mensch seelisch und psychisch belastet, so wirkt sich das jedesmal auch auf sein körperliches Empfinden aus, was meist in Form von muskulärer Verspannung erlebt wird, denn der Mensch weist bei Stressbelastung und anderen psychischen Belastungen (Ängste, Furcht, Wut, Zorn, etc.) eine deutlich erhöhte Spannung der gesamten Körpermuskulatur und der Gefäßstruktur auf. Innere Unruhe, Stress und Angst gehen mit Anspannungen der Muskulatur einher, d. h. ein Mensch mit innerlicher Anspannung ist auch meist in seiner gesamten oder teilweisen Körpermuskulatur an gespannt.
Ist der Mensch nun andererseits körperlich belastet, so wirkt sich das ebenfalls auf sein seelisches Gleichgewicht aus - die schlechte Laune ist die mildeste Form der seelischen Unausgewogenheit während Schlaflosigkeit oder andere psychosomatische Erkrankungen als ausgeprägtere Formen psychischer Belastung gelten.
Die Entdeckung von E. Jacobson bestand nun in der Erkenntnis, dass eine willentlich für kurze Zeit erzeugte höhere Anspannung der Muskulatur zu einer nachfolgenden wahrnehmbaren Entspannung und damit zu einer Lockerung der Körpermuskulatur führt. Verknüpft damit ist auch das Erleben einer sich allmählich wieder ausbreitenden innerer Ruhe, was schliesslich das innere seelische Gleichgewicht stabilisiert.
“ Eine große Zahl der "Zivilisationserkrankungen" wird nach Jacobsons Auffassung in ihren Entstehungsbedingungen vor allem durch die Annahme einer gestörten persönlichen Ökonomie verständlich. Vor allem überfordernder Stress und seelische Belastungen führen häufig zu Verspannungen der Muskulatur, wodurch z. B. Rücken- und Gelenkbeschwerden sowie Kopfschmerzen hervorgerufen werden können. Geistige Aktivitäten beeinflussen nicht nur die Willkürmuskulatur, sondern auch im Sinne reflexartiger Reaktionen die unwillkürliche Muskulatur. Diese Annahme macht die Entstehung von Fehlregulationen in Hinblick auf die Funktion der Organe verständlich. Beispielsweise können spannungsbedingte Verkrampfungen der Herzkranzgefäße bei entsprechender Vorschädigung zu Angina pectoris oder auch Herzinfarkten beitragen. Ebenso können durch neuromuskuläre Überstimmulation Störungen und Erkrankungen der Verdauungsorgane, Bluthochdruck, arthritische Beschwerden, Störungen des Nervensystems und der Psyche mit bedingt werden.” (Ohm, D. Merkblatt No 2)
Durch die Übungen der progressiven Relaxation wird ein tiefer Entspannungszustand erreicht. Darüber hinaus werden die Durchblutung der Muskulatur verbessert, schmerzhafte Verspannungen ( z.B. in der Nacken oder Schultermuskulatur) gelöst und der Kreislauf im allgemeinen wieder ausgeglichen. Insgesamt wird ein Zustand des körperlichen und seelischen Wohlbefinden erreicht, welches wieder Leistungsbereitschaft, gesunde Spannkraft und “Tatendrang” signalisiert.
Die Methode der Progressiven Relaxation
Mit der Entspannungsmethode der Progressiven Relaxation wird dem Übenden die Möglichkeit einer tiefgehende Entspannung angeboten. Die Aufmerksamkeit wird zunächst auf eine bestimmte Muskelgruppe (z. B. Unterarm und Hand) gelenkt. Diese Muskelgruppe wird für etwa 5-10 Sekunden angespannt (z. B. Faust ballen), wobei die entstehenden Empfindungen der Anspannung möglichst genau wahrzunehmen sind. Daraufhin erfolgt die Entspannungsphase von etwa 30 Sekunden Dauer, während derer die Aufmerksamkeit auf die entstehenden Körperempfindungen des Zustandes der Entspannung gerichtet wird.
Der Übungsablauf ist so aufgebaut, dass die verschiedenen wesentlichen Muskelgruppen des ganzen Körpers nacheinander in das Training einbezogen werden. Zunächst werden in Kursen für die Progressive Relaxation die wesentlichen Muskelgruppen vorgestellt und geübt, bis schliesslich - durch den Übungseffekt hervorgerufen, die Übungen auch in kurzer Form angewendet und in den Alltag integriert werden können.
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